Funken

Kaum ist die Fasnet vorbei, beginnen die Vorbereitungen für den Funkensonntag, den ersten Sonntag in der Fastenzeit. Schon Wochen vorher werden Holzvorräte und Weihnachtsbäume gesammelt und auf einen bis zu vier Meter hohen Scheiterhaufen aufgeschichtet. In dessen Mitte wird eine lange Stange angebracht und an deren Ende die Funkenhexe befestigt. Bei Einbruch der Dunkelheit am Funkensonntag, versammelt sich dann eine große Menschenschar um den Funken, der mit brennenden Fackeln entzündet wird. Hier beweist sich, wie gut die Funkenbauer ihren Funken gebaut haben, denn je länger er braucht um abzubrennen, desto besser wurde er gestapelt. Je höher und heller das Feuer brennt, desto fruchtbarer soll das folgende Jahr werden und Krankheit und Unglück abgewendet werden. Der größte Jubel bricht natürlich dann aus, wenn die Funkenhexe zu brennen anfängt.

Der Ursprung diesen Alten Brauchs ist bis heute noch nicht ganz geklärt, doch deuten viele Quellen auf ein sehr hohes Alter hin. Er entstammt wohl einem heidnischen Kult zum Austreiben des Winters. Aber auch mit den Fruchtbarkeitsriten und Brandopfern der Kelten wird der Funken in Verbindung gebracht. Zugleich erinnert er auch an das Verbrennen des Bösen (der Hexe) zum Ende des Winters hin, um die Kraft der Sonne zu stärken und Unheil abzuwenden. Die KLJB Kißlegg praktiziert diesen Brauch seit 1960.

 

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Foto: Julian Frey